Doch dann halte ich inne. Ich hole meinen Hund neben mich auf die Couch, was er sonst nie darf. Ich kuschel vermehrt mit ihm und gebe ihm eines seiner Lieblingsleckerlies. Ich hole eines seiner Lieblingsspielzeuge raus, irgendwas das quietscht, und lasse ihn damit durch die Wohnung rennen. Ich hole das Intelligenzspielzeug aus dem Schrank, spiele Suchspiele und tue einfach etwas, das uns beide wieder ein Stück glücklicher macht.
Und dann erinnere ich mich an die Zeit, bevor ich anfing, mit Tyson positiv zu trainieren. Ich erinnere mich an die Zeit, als er mit Knochen im Maul vor mir wegrannte, jeden Menschen auf dem Spaziergang anbellte und ich nur noch mit Schleppleine mit ihm vor die Tür konnte. Ich erinnere mich an die Zeit, als er im Hausflur die anderen Bewohner des Mehrfamilienhaus anbellte, obwohl er sie schon lange kannte, und aus Angst vor dem alleine bleiben alles zerstörte, was er fand.
Und dann sehe ich in die Augen meines Hundes, der vor Wohlwollen brummelt, weil er ausnahmsweise auf der Couch schlafen darf. Der glücklich an seiner Kaustange nagt und mit super zufriedenem Gesichtsausdruck sein Spielzeug durch die Gegend trägt.
Ich stehe mit ihm vor der Tür, als eine Bewohnerin des Mehrfamilienhauses zusammen mit ihrer Tochter, die fröhlich quiekt, die Treppe hinunterläuft und schaue meinen Hund an, der ruhig und geduldig auf sein Leckerlie wartet. Ich laufe zur Wiese und lasse ihn frei, weil ich weiß, dass er brav abrufbar ist, auch wenn Menschen unseren Weg kreuzen. Und später... ja, später werde ich das Haus verlassen und ins Kino gehen. Gelassen und glücklich. Und mein Hund wird sich in seinem Körbchen zusammenrollen und schlafen bis ich wiederkomme.
Und dann stellt es sich wieder ein. Das Vertrauen. In meinen Hund, in mich, in alles.
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